Über den Zwischenahner Segelklub


Der Zwischenahner Segelklub wurde 1893 gegründet. Zunächst residierte er an verschiedenen gepachteten Standorten am Zwischenahner Ufer des Sees. 1970 konnte der Klub ein Gelände am Südostufer des Sees im Zwischenahner Ortsteil Kayhausen erwerben. In mühevoller Arbeit wurde das moorige Grundstück durch Sandaufspülung trockengelegt und danach entstanden mit sehr viel Eigenarbeit ein Klubhaus und der dazugehörige Hafen. 1973 war die Einweihung und seitdem haben die Segler des ZSK hier ihre sportliche Heimat. Heute hat der Klub etwa 500 Mitglieder jeden Alters und Geschlechts und aus allen Bevölkerungsschichten.

Das Restaurant

Das Klubrestaurant dient nicht nur den Mitgliedern als Platz zum Klönen und Feiern, sondern es ist auch der Mittelpunkt für die zahlreichen Regattasegler, die jedes Jahr den Klub besuchen. Hier können sie nach den sportlichen Wettkämpfen auf dem See ihren Hunger und Durst stillen und die Erlebnisse auf dem Wasser verbal nachbereiten. Darüber hinaus steht das Klubrestaurant auch allen klubfremden Gästen offen.

Viele Besucher Zwischenahns nutzen auf ihren Wanderungen am See entlang das Angebot der freundlichen Klubwirte Marina Lüken und Sören Carstens und lassen sich durch Kaffee, Kuchen und leckere Speisen und Getränke verwöhnen. Durch seine Lage im ersten Stock des Klubhauses, das am Südostufer des Sees liegt, kann man wohl behaupten, dass man aus dem Restaurant oder von dessen Terrasse den schönsten Ausblick auf das Zwischenahner Meer genießen kann, den das Seeufer zu bieten hat. Besonders die oft spektakulären Sonnenuntergänge locken viele Schaulustige an.

Der Hafen

Der in Eigenarbeit erbaute und unterhaltene Hafen, dessen Wasserfläche beim Land Niedersachsen gepachtet wurde, bietet im Wasser Platz für ca. 190 Segelboote. Zusätzlich stehen an Land Liegeplätze für kleinere Boote zur Verfügung. Die Liegeplätze werden nur an Mitglieder des Klubs vermietet. Mit ihrem Mietzins ermöglichen sie die Zahlung der Pacht und die kostenintensive Unterhaltung des Hafens. Zusätzlich muss jeder Bootseigner für das Recht auf Nutzung des Sees einen Obulus an die Gemeinde Zwischenahn abführen, die von den Seglern scherzhaft „Wellenabnutzungsgebühr“ genannt wird und dem Stadtsäckel jährlich etwa 4.500,- Euro zuführt.

Alle Liegeplatzinhaber in einem vorgegebenen Alter tragen darüber hinaus durch Pflichtarbeitsstunden zum Erhalt der Anlagen bei. Der Hafen ist voll ausgelastet, so dass es vorkommt, dass Antragsteller auf Mitgliedschaft im ZSK auf einer Warteliste geführt werden müssen. Dabei ist der Klub bemüht, solche Mitglieder zu gewinnen, die mit ihrem Boot die schon bestehenden Flotten im Klub beheimateter Typen, insbesondere auch Regattaklassen, verstärken. Bei den Bootsabmessungen ist die Grenze der Möglichkeiten in Hafen und See bei einer Breite von 2,50 m, einer Länge von 7,50 m und einem Tiefgang von 1,30 m erreicht.

Jugendarbeit

Der Klub hat sich seit 50 Jahren eine intensive Jugendarbeit und Förderung des sportlichen Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben. In mehreren Leistungsklassen werden ca. 50 Kinder und Jugendliche auf zum großen Teil klubeigenen Booten durch ehrenamtliche Trainer ausgebildet und betreut. Ausbildungsboote sind zunächst die Optimist-Jolle, später die 420er Jolle, die Europe und der 505er. Auch viele Eltern sind stark engagiert in der Jugendarbeit. Sie betreuen die Kinder während der Ausbildung und auf den Fahrten zu auswärtigen Wettfahrtveranstaltungen, die die kleinen Segler bis nach Helgoland, zum Gardasee oder nach Kiel führen. Bei den Wettfahrten erringen die Zwischenahner Kinder oft beachtenswerte Erfolge. Damit leisten sie einen erheblichen Beitrag zum Ansehen des Klubs und zum Bekanntheitsgrad Zwischenahns außerhalb der Grenzen der Stadt.

Zusätzlich werden in Aktionen in den Ferien (Ferienpass) auch klubfremde Kinder durch ehrenamtliche Trainer des ZSK an das Segeln herangeführt. Aus der Jugendarbeit des Klubs gingen zahlreiche Leistungssegler hervor. Der ZSK stellte im Verlauf seiner Geschichte in mehreren Klassen Deutsche Meister, Europameister und sogar Weltmeister sowie Olympiateilnehmer. Aus jüngerer Zeit seien hier die Namen Amelie Lux, Meike Schomäker, Julien Kleiner, aus früheren Jahren Wilfried Schomäker, Heiner Lahring, Berend Beilken, Walter Pranger oder Dietmar Hobbie stellvertretend für andere genannt. Auch ein Weltumsegler stammt aus dem ZSK: Boris Hermann gewann 2009 das Portimão Global Race gemeinsam mit Felix Oehme. Und 2011 ist er im Barcelona World Race nonstop wieder auf einer Regatta rund um den Erdball unterwegs, diesmal mit seinem amerikanischen Partner Ryan Breymaier.

Segelausbildung

Der ZSK führt einmal jährlich eine Ausbildung zum Segelführerschein Binnen durch. Sie beginnt um Ostern herum und endet mit der Prüfung durch den Deutschen Seglerverband vor den Sommerferien. Dieser Kurs steht auch Nichtmitgliedern offen, die das Segeln oder Motorbootfahren in Theorie und Praxis erlernen wollen. Die Theorie wird durch einen erfahrenen Segellehrer vermittelt, die Praxisausbildung wird von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern auf ihren eigenen Booten durchgeführt. Pro Lehrgang können 15 bis 30 Führerscheine an die Teilnehmer ausgehändigt werden. In der Jugendarbeit wird zusätzlich der Erwerb des Jüngsten-Segelscheins angestrebt, der jährlich nach bestandener Prüfung etwa 10 Kindern ausgehändigt werden kann.

Regatten

Seit 1967 wurde Zwischenahn das Revier der Austragung vieler Deutscher Meisterschaften und Regatten in fast allen Bootsklassen. Es begann 1967 mit der Deutschen Meisterschaft der O-Jollen und der 20er Jollenkreuzer. Heute werden durch den ZSK jährlich etwa 14 Ranglistenregatten für ca. 30 Bootsklassen und eine Meisterschaft auf dem Zwischenahner Meer durchgeführt. Dazu kommen in jeder Saison bis zu 1.500 Boote mit ihren Mannschaften und deren Familien an den See, was allein die Zahl der Gäste Zwischenahns für Übernachtung und Gastronomie um ca. 5.000 Personen im Jahr erhöht. Vor allem das Engagement der ehrenamtlichen Regattaleitung und ihrer Helfer kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, müssen sie doch an etwa 30 Tagen im Jahr, überwiegend an den Sommerwochenenden, für einen reibungslosen Ablauf auf dem Wasser und an Land sorgen. Regattateilnehmer kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Dänemark, den Niederlanden, Polen, Frankreich, Österreich, Italien, der Schweiz und Großbritannien, um nur einige der wichtigeren Länder zu nennen.

Neben den Ranglistenregatten für auswärtige Gäste führt der Klub in der Saison eine sogenannte „Mittwochsregatta“ durch, an der alle 14 Tage am Mittwoch Abend alle auf dem See beheimateten Mannschaften auch anderer Vereine mit ihren Booten teilnehmen können. Diese Regatta wird nach einer Ausgleichsformel (Yardstick) ausgewertet, so dass jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, am Saisonende als „Schnellster nach berechneter Zeit“ eine Trophäe zu gewinnen.

Ein Kuriosum ist die alljährlich während des Absegelns durchgeführte „Kutterregatta“, bei der der historische ZSK-eigene Kutter des Kreuzers „Scheer“ gegen den Torfkutter des Fährhauses von Hansi Brinkmeier antritt und bei dem es außer um die Ehre um ein Fass Freibier geht.

Aktive Segler

Regattsegler zahlreicher Klassen aus dem ZSK fahren mit nicht unerheblichem Aufwand an Zeit und Kosten fast jedes Wochenende zu auswärtigen Regatten, um auf fremden Revieren die Fahne Zwischenahns hochzuhalten und – sehr erfolgreich – um Pokale zu kämpfen. Schon genannt sind die Bootsklassen Opti, Europe und 420er, dazu kommen 470er, 505er, H-Jolle, FUN, 15er und 20er Jollenkreuzer.