1972


Jochen Witte tritt 1972 für viele Jahre sein Amt als neuer Hafenmeister an. Alle, die ihn kennen, wissen, mit welcher Umsicht, Hilfsbereitschaft und Einsatz er diese heikle Aufgabe gemeistert hat. Da es unter den vielen Kameraden immer sone und solche gibt, ist seine Einführung einer Arbeitskarte für die Aktiven von 15 bis 60 Jahren mit Pflichtstunden und Barkasse bei Abwesenheit zukünftig nicht nur eine Existenzgrundlage, sondern auch leiser Zwang zur gleichmäßigeren Verteilung der Arbeitslasten. Am 30. April 1973 kann endlich das neue Klubhaus mit Tanz in den Mai eingeweiht werden. Dank vieler Hilfen kräftiger Arme ohne Bezahlung liegen die Kosten im Rahmen des Voranschlages.


Und immer noch steigen die Teilnehmerzahlen an unseren Regatten. In 1975 bewältigen Peter Kache und seine Kameraden der Regattaleitung an 30 Tagen 12 Regatten mit 1.045 Schiffen, die Zwischenahn 2.500 Besucher bescheren. 1975 übergibt Erich Bruns nach über 20 Jahren Vorstandstätigkeit sein Kommando an Robert Stalleicken, dem Edgard Frohneberg als 2. Vorsitzender und dem wiederum Wilfried Schulze als Kassenwart folgen. Erich Bruns wird bis zu seinem Tode in 1989 unser Ehrenvorsitzender. Sein Rat, seine ausgleichende Art, sein freundlicher Umgang mit jedermann bleiben bis zu seinem Tode gefragt. Der Vorstand tut nun alles, das neue schöne Klubhaus mit Leben zu erfüllen. Die Bestellung von Obleuten für die wichtigsten Bootsklassen bewährt sich. Der Verein ist mit über 400 Mitgliedern groß geworden. Die Gruppenbildung ist unvermeidbar. Die Obleute beleben die Geselligkeit in Klassen-Veranstaltungen, Trimmfahrten, geselligen Runden. Ein Skipperstammtisch wird eingerichtet und Klönabende.

Die immer noch von Kurt Evers und Dr. Brahms geleiteten Segelkurse werden nun von Udo Breiholz, Wolfgang Hasheider und Claas Würdemann tatkräftig unterstützt. Erst als Kurt Evers 1977 unser Schriftwart wurde, gab er 1978 sein Amt als Obmann für Segelkurse von 1965 bis 1978 ab an Udo Breiholz.

Auch bei Großveranstaltungen wird die tadellose Bewirtung im Klubhaus durch Katthagens gerühmt. Nach einem Zwischenspiel anderer Pächter kehrt Ellen Katthagen 1978 als alleinige Pächterin zurück und bleibt dies auch dankenswerterweise bis 1992.


1976 wird beschlossen, eine Mitgliederaufnahmesperre einzuführen. So schnell ist der neue Hafen zu klein geworden. Die Gemeinde Zwischenahn vergibt schon über 1.000 Zulassungen im Jahr für Wasserfahrzeuge auf dem See. Trotzdem verschließt sich der Verein nicht den neuen sportlichen Trends. 1976 werden die Förderung der eigenen Windsurferflotte und die Abhaltung von Regatten für diese beschlossen, die ihre erste Belohnung mit der Aufnahme von Dietmar Hobbie im DSV-Leistungskader findet.

Der Trend zum Kajütboot läßt sich aber nicht aufhalten. Die beschlossene Beschränkung auf Jollen der Regattaklassen wird gelockert. Und auch die jüngsten Segler in ihren Optimisten werden gefördert. Dr. Steenken und Hartwig Sellschopp machen sich in dieser Zeit besonders verdient um die Jugendarbeit. Und immer wieder bringt der Klub neue Deutsche Meister und Vizemeister hervor: Berend Beilken, Ingo Eilers, Willy Eifers, Walter Pranger, Jörg Gosche, Dietmar Hobbie, Christian Lux, Heiner Lahring. Als geradezu abonniert auf den Deutschen Meistertitel in der H-Jollenklasse beweist sich Wilfried Schomäker. Seit 1978 bis 1991 erringt er die begehrte Trophäe zwölfmal hintereinander (mit kleinen Unterbrechungen, um gelegentlich Europameister bei den Sailhorses zu werden).

1978/79 kümmert sich Wolfgang Krantz nicht nur wie bisher mit Erfolg um die Belebung der Geselligkeit, sondern er wird auch wieder Sportwart. In 1979 kann er der Hauptversammlung 1.500 Boote vermeiden, die von allen Revieren, auch aus dem Ausland, an unseren Regatten teilnahmen. Die Beziehungen zu dem seit 1972 bestehenden Nachbarverein Yacht-Club Zwischenahn werden durch die erste gemeinsame Regatta belebt. Einige der alten Hasen hatte es inzwischen auf große Pötte in die hohe See verschlagen. So segelten denn Fritz Bölts und die Beilken Brüder fast immer und Udo Burmeister, Volker Reitz, Menno Prikker, Fred Kaempf bisweilen in Charter mit Gleichgesinnten weit draußen.