1967


Seit 1967 wurde Zwischenahn das Revier der Austragung vieler Deutscher Meisterschaften in fast allen Bootsklassen. Es begann 1967 mit der Deutschen Meisterschaft der 0-Jollen und der 20er Jollenkreuzer. Aber auch auswärts sammelten unsere Segler von da ab Pokale. Die Kieler Woche wurde besucht. Berend und Hans Beilken gewannen den Eintonner-Cup vor Le Havre. Ingo Eilers hatte sich dem Aufbau der Klasse der Schwert-Zugvögel verschrieben. Seine Reiselust brachte viele Boote dieser Klasse von auswärtigen Revieren zur Regattateilnahme zu uns, aus Steinhude, Plön, Kiel, Hamburg, Bremen, Essen, vom Dümmer.

Doch, je aktiver die Aktiven wurden, je inaktiver waren manchmal die anderen. Nur 65 Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung 1968 trotz stürmischem Mitgliederzuwachs. Der Hafen geriet an seine Kapazitätsgrenzen. Einzelne schlagen bereits vor, Liegeplätze nur noch an Regattasegier zu vergeben, Neuaufnahmen mit der Auflage zu verbinden, bei Bootsanschaffung nur bestimmte Klassen zuzulassen. Bei großen Regatten müssen alle ihre Boote aus dem Wasser nehmen, die in den ersten Reihen ihre Liegeplätze haben, um Platz für die Regattagäste zu schaffen.

Aber auch das gab es 1968 noch: Ein Segler wird wegen Tragens unmöglicher Kleidung beim Segeln gerügt und der Klub kauft für fünf Boote Lichterketten, damit sie einen ansehnlichen Eindruck bei Lampionfahrten des Nachts machen.

1968 beginnen die ersten Verhandlungen des Vorstandes mit der Gemeinde über einen neuen Standort des Vereins am See. Übrigens, auch Rostrup - jetzt Landschaftspark - stand mal zur Wahl. Es wurde Zeit, sich nach einem größeren Hafen umzusehen. Niemand konnte mehr die Massen von Bootswagen und Autos auf dem Vereinsgelände bewältigen, wenn Regatten angesagt waren. Nur einige Gäste konnten Liegeplätze bekommen. Die meisten mußten nach jeder Regatta wieder aus dem Wasser. Der Gemeindeparkplatz Auf dem Hohen Ufer stand manchmal voll von Hängern mit und ohne Boote und das fast jedes Wochenende. 700 aktive und passive Regattaleute kamen schon in der Saison 1968 zu uns. Deutsche Meisterschaften der H-Jollen und der 15er-Jollenkreuzer waren die Veranstaltungshöhepunkte.

In diesem Jahr begannen die ersten Segelkurse des Vereins zur Ablegung des A-Scheins. Kurt Evers und Dr. Brahms opferten über ein Jahrzehnt viele Stunden ihrer knappen Freizeit, um das seglerische Niveau aller Anfänger in die richtigen Bahnen zu lenken. Schon 1968 bestanden 50 Segler ihre Prüfung.

Spätestens die Durchführung der Meisterschaften brachten die Trennung der Regattaleitung "von derTerrasse aus". Im See wurde ein Startprahm verankert. Endlich nur noch (meistens) saubere Am-Wind-Starts. Manche Klassen mit übergroßen Feldern wünschten sich bald wieder Peripherie-Starts, natürlich, Am Wind.

Der Prahm war auch ein Wendepunkt in der Anteilnahme der Inaktiven am Sport. Was weit draußen ablief, war für Zuschauer kaum noch zu verfolgen. Wer gesiegt hatte, erfuhr der Interessierte an Land erst aus den Wertungslisten am Brett. Die harte Arbeit der Regattaleitung entrückte dem Bewußtsein der übrigen Mitglieder. Kaum einer nahm noch so recht wahr, daß da jedes Wochenende ein harter Kern bei jedem Wetter auf dem See saß: Peter Kache, Klaus Stanko, Helmut Denker, Dierk Hoyer, Bruno Müller (so Anno 1968).

Spätestens 1969 war klar, die liebgewordene Anlage am Südufer war viel zu klein. Die Erben von Käte Bertram, die stets treu zum ZSK gestanden hat, wollten nicht mehr verpachten. Alle 87 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung stimmten den Plänen zum Neuanfang am Ostufer, Auf der Kreuzwisch, zu. Die Gemeinde Zwischenahn tat alles, uns die gewaltige Investition, die Schätzung belief sich auf DM 600.000,- Gesamtkosten, zu erleichtern. 140 Liegeplätze im Wasser sollten entstehen und ein neues Klubhaus. Natürlich nur denkbar mit hohen Eigenleistungen, Spenden und Zuschüssen.

Mit den Arbeiten am neuen Hafen wurde im Juli 1970 begonnen, das neue Klubhaus wurde nach liebevoller Detailplanung erst 1973 fertig. Erich Bruns und Robert Stalleicken, der Willi Bruns 1970 als 2. Vorsitzender nachfolgte, knieten sich in jedes Detail der Planung.

Daneben lief der Betrieb der alten Anlage auf vollen Touren weiter. Das Ehepaar Katthagen hatte 1970 die hauptberufliche Kantinenbewirtschaftung übernommen. Udo Burmeister hatte alle Hände voll zu tun, die Ordnung im alten Hafen und auf dem Platz zu erhalten und den neuen Hafen (zum Teil mit der Hilfe von Pionieren aus Verden und des technischen Hilfswerks) aufzubauen.


14.000 cbm Sand mußten auf das neue Klubgelände aufgespült werden, um überhaupt ans Bauen denken zu können. Ende 1970 konnte der Vorstand stolz verkünden, daß alle bisherigen Arbeiten am Hafen durch Eigenhilfe, Spenden und kostenlose Hilfen gedeckt werden konnten.

1970 tritt Wolfgang Krantz als Regattaleiter zurück. Peter Kache tritt an seine Stelle. Bis heute hat er Hunderte von Ranglistenregatten, sowie über 30 Deutsche und Europameisterschaften vorbereitet und geleitet. In dieser Zeit verzeichnete der Verein eine "wahre Flut" von neuen Bootstypen, darunter zahlreiche Dickschiffe, wie sie bisher auf dem See noch nie gesehen worden waren. Neuzugänge wurden begrenzt auf bekannte Regatta-Klassen im Jollenbereich, auch, um einer gewissen Regatta-Müdigkeit der eigenen Flotte zu begegnen. 1971 wird schon beklagt, daß viel zu viele Regattaschiffe bei Regatten auf dem See im Hafen bleiben. Immerhin nahmen 1971 120 Boote aus 8 Klassen an der Zwischenahner-Meerwoche teil und 70 Segelschüler erwerben Ihren A-Schein. Die Herbstwettfahrten zählen 135 Boote aus 9 Klassen die größte Veranstaltung, die der Klub bis dahin je hatte.

Neben dem traditionellen Spießbratenessen bei Gerd zu Brügge mit anschließendem Tanz haben sich die winterlichen Kohlfahrten eingebürgert und das alte Klubhaus ist immer noch zum Bersten voll, wenigstens an Wochenenden.