1925


Das erste Klubhaus des Vereins wurde 1925 auf dem Platz vor dem "Ammerländer Bauernhaus" errichtet. Die Flotte des Klubs wurde in der vor dem Haus vorbeifließenden Aue, nahe der Mündung in den See, vertäut. Leider war die Freude nicht von langer Dauer. Das Haus musste zu Beginn der auch Zwischenahn berührenden Wirtschaftskrise, 1929, wieder verkauft werden.


Da es ein Fachwerkhaus war, wurde es einfach unten abgesägt und in dem strengen Winter an seinen neuen Standort "via Eis" quer über den See gebracht, wo es noch heute als Wochenendhaus "Dienst tut". Natürlich ist sein Besitzer unser Mitglied. Nach der Inflationszeit ging es zunächst stürmisch bergauf. Die Generalversammlung am 7. Januar 1925 beschloß, den Verein sofort ins Vereinsregister einzutragen. So erschien dann am 23. März 1925 der Vorstand des Zwischenahner Segelklubs, und zwar der

1. Vorsitzende: Carl Meyer
2. Vorsitzende: Wilhelm Feldhus
Kassierer: Adolf Bremer
Schriftführer: Hermann Willers
Beisitzer:
- Heinrich Sandstede
- Johann Ahlrich Feldhus
- Gustav Roggemann
- Bruno Gerhard Budden
- Wilhelm Gleimius
- Otto Meyer

und meldeten den Verein an. Sie überreichten ein vollständiges Verzeichnis aller Mitglieder, immerhin waren es inzwischen 82 geworden. So ziemlich alle Herren mit Rang und Namen in Bad Zwischenahn gehörten danach dem Verein an - und immer noch nicht eine einzige Dame. Das Amt des Hafenmeisters verwaltete Fritz Sandstede. In den Ausschüssen bzw. als Obmann arbeiteten besonders die Herren

Dr. Dyckerhoff: Segel- und Fahrtenausschuss
Dr. Klingenberg: Vermesser
Johann Budden: Boots- und Gerätewart

Die für die Anmeldung im Vereinsregister erforderliche Errichtung einer Satzung erfolgte am 25. Februar 1925. Besonders der § 7 dieser Satzung gibt Aufschluss über die rege Mitarbeit der Mitglieder, sonst hätte man sicher nicht 14 Vorstandsposten (ein großer Teil war Beisitzer) geschaffen. Wahrscheinlich war es auf Dauer aber zu schwer, 14 rechtschaffene Segler unter einen Vorstandshut zu bringen. Denn 1927 wurde die Zahl der Vorstandsmitglieder auf 4 beschränkt.

Die Boote der Mitglieder lagen von 1930 an - nach dem Verkauf des Bootshauses -bis 1935 an einem eigenen Anleger vor dem jetzigen Kurpark (damals Grundstück Rickmers, später Grundstück Gemeindeverwaltung).

Doch der Verein hatte auch tiefe Täler zu durchwandern. Jahre, in denen das Vereinsleben fast zum Erliegen kam. Die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre war wohl Ursache hierfür. In einem Brief vom 17. März 1933 beschwert sich der damalige Vorsitzende Postey bitter darüber, dass sich die Mehrzahl der Mitglieder nicht mehr um das Vereinsleben kümmert. Auch die auf den 17. Juni 1933 einberufene Jahreshauptversammlung musste ausfallen, da nur 4 Personen erschienen waren. Er schreibt "Das Interesse für den Segelsport und die Zahl der Segelfahrzeuge ist in den letzten Jahren infolge der ungünstigen Wirtschaftslage so gering geworden, dass eine Auflösung des Klubs ... in Erwägung gezogen werden soll."

Am 24. Juli 1933 fand dann doch eine Versammlung statt, in der der Vorstand gewählt werden konnte. Bald ging es aber wieder aufwärts und so steht in einem Protokoll über die Mitgliederversammlung am 5. Dezember 1936 zu lesen: "Vereinsvorsitzender Carl Meyer erstattet den Jahresbericht, der eine sehr rege Tätigkeit im Sommer 1936 erkennen ließ. Die verschiedenen Regatten und Lampionfahrten wurden mit bestem Erfolg durchgeführt. Kassenführer Gerdes Bericht verzeichnet eine Einnahme von 608,13 RM und eine Ausgabe von 487,75 RM. Mit dem Überschuss von 120,38 RM konnte die aus dem Bau des Bootshauses resultierende Bankschuld auf 535,93 RM heruntergearbeitet werden (Anmerkung: Armer Verein! Das Bootshaus war schon lange verkauft!). Jetzt taucht auch erstmals der Name eines Mannes auf, der das Klubleben später über Jahrzehnte geprägt hat. Es wurde 1936 neben dem Vorstand der seit 1927 nur aus den beiden Vorsitzenden, dem Kassenwart und dem Schriftführer bestand, u. a. ein Sportwart als Obmann gewählt: Heinz Hellwig (Bub!). Nun gab es auch wieder 5 Beisitzer des Vorstandes, von denen zwei, Gerd zur Brügge und Hans Müller noch unter uns weilen und einer, Hermann Harms, erst 1992 verstarb.

1935 zog die Flotte um zu einem Anleger vor der sogenannten "Frauenschule" (jetzt Kurpark neben dem Fährhaus). Aber erst die großzügige Spende unseres verehrten Hans Claasen - Ehrenvorsitzender unseres Vereins bis zu seinem Tode 1961 -, der 1939 dem Klub einen geschützten Hafen aus Schlengen in der Nähe der heutigen Badeanstalt bauen ließ, machte der Wanderschaft ein vorläufiges Ende. Unser Vereinslokal war zu dieser Zeit das Fährhaus.

1939 trat der Klub dem Deutschen Seglerverband bei. Die Satzung wurde geändert und entsprach damit der damaligen Mustersatzung des DSV. Von der Versammlung wurde nur noch der Vereinsführer gewählt, der seine Mitarbeiter ernannte. Hans Claasen wurde zum Vorsitzenden gewählt. Er ernannte zu seinem Stellvertreter Paul Müller, Sportwart Heinz Hellwig, Rechnungs- und Schriftwart Frau Claasen.

Der zweite Weltkrieg machte alle Pläne zunichte. Nur wenig ist aus dieser Zeit zu berichten. In Zwischenahn war damals ein Flugplatz (Rostrup) errichtet worden. Die Flieger hatten einen eigenen Segelklub und es fanden, wie auch schon vor dem Kriege, einige gemeinsame Regatten statt, wenn nicht gerade Flugbetrieb auf dem in Rostrup gelegenen Wasserflugplatz herrschte.